Historiker Jóhannesson neuer Präsident von Island

Es ist entschieden: Der parteiunabhängige Historiker Guðni Th. Jóhannesson wird der sechste Präsident von Island. Seine Wahl könnte Auswirkungen auf die politische Kultur des rund 330.000 Einwohner*innen zählenden europäischen Inselstaates im Atlantik haben. Das betrifft sowohl die Rolle des Staatsoberhauptes als auch seine mahnenden Worte in Richtung der etablierten Parteien. Von ihnen erwartet er, dass sie gesellschaftliche Missstände endlich angehen und eine konstitutionelle Reform für mehr Bürgernähe und Bürgerbeteiligung nicht länger blockieren. Deshalb ist es sehr lohenswert, die isländische Präsidentschaftswahl und einige damit zusammenhängende Fragen einmal eingehender aus politikwissenschaftlicher Perspektive zu untersuchen.

Forschungshypothese

Die Wahl des Politikexperten Guðni Th. Jóhannesson kann man durchaus als Wunsch vieler Wähler*innen nach einem klaren Bruch mit der Vergangenheit und den etablierten Eliten verstehen. Das gilt erst recht angesichts der jüngsten massiven Proteste gegen die politisch Bemächtigten und die gesellschaftlichen Missstände im Zuge des Skandals um die »Panama Papers«.

Methodisches Vorgehen

Um meine Hypothese nachvollziehen zu können, wird es notwendig sein, nach einer eingehenden wahlstatistischen Auswertung (Teil 1) in zwei Richtungen zu problematisieren. Zunächst wird das Wahlergebnis im Lichte des Scheiterns und der Skandale der Eliten im krisengeschüttelten letzten Jahrzehnt analysiert (Teil 2). Dazu gehört auch, den Wahlsieger Jóhannesson, dessen Biografie, Haltung und Image in Kontrast zum herrschenden Personal zu setzen. Danach sind Jóhannessons demokratische Vorstellungen und sein Rollenverständnis im Kontext der wieder einmal gescheiterten Verfassungsreform zu beleuchten (Teil 3). Schließlich sollen Ausführungen über die feierliche Amtseinführung von Jóhannesson sowie dessen Antrittsrede (Teil 4) den Aufsatz abrunden.

Der Aufsatz wird/wurde fortlaufend überarbeitet.

Stand: 24.10.2016

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